Mach’ keine Oper
Ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung Annette und Burkhard Richter. Ein Projekt der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen im Rahmen der Reihe: Sammeln als Diskurs Werner Berges | Karl Bohrmann | Achim Duchow | Thomas Huber | Ilya und Emilia Kabakov | Sigrid Kopfermann | Volker Lehnert | Markus Lörwald | Sigmar Polke | Gerhard Richter | Suse Stoisser | Wolfgang Troschke | Thomas Virnich | Jan Voss
15.03.2009 - 03.05.2009


Achim Duchow | Geisha | 1988
© VG Bildkunst


Gerhard Richter | 25 Farben | 2007


Karl Bohrmann | o.T. | 1983


Karl Bohrmann | Wolkenschaukel | 1983


Werner Berges | Mach keine Oper | 1987


Sigmar Polke | Uran | 1996


Sigrid Kopfermann | Rot-Schwarz | 2003


Mach’ keine Oper

Ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung Annette und Burkhard Richter.

Ein Projekt der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen im Rahmen der Reihe: Sammeln als Diskurs

Werner Berges | Karl Bohrmann | Achim Duchow | Thomas Huber | Ilya und Emilia Kabakov | Sigrid Kopfermann | Volker Lehnert | Markus Lörwald | Sigmar Polke | Gerhard Richter | Suse Stoisser | Wolfgang Troschke | Thomas Virnich | Jan Voss

Eröffnung So. - 15.03.2009 um 11.30 Uhr
Dauer d. Ausstellung verl. bis 03.05.2009
Öffentliche Führungen jeweils am Sonntag den 22.03.. | 19.04. und 26.04. um 11.30 Uhr
Führungen auf Anfrage T. 02102 / 550 4180
Symposium


Mit seiner Ausstellung »deep river - Sammeln als Diskurs. Sechs Positionen zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung Ralph Kleinsimlinghaus« hat der Verein der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen 2005 ein Projekt zum Thema »Kunst-Sammeln« gestartet.

Die Konzeption geht vor allem vom sammlerischen Aspekt der Kunst aus, der Ausbildung von Vorlieben für bestimmte Richtungen, eigene/fremde Generationen, die oft freundschaftliche, aber auch kontroverse Begleitung des Werdegangs eines Künstlers etc. und der damit einhergehenden Schwerpunktbildung.

Eine genaue Typologie des Sammlers müsste unzählige Bände füllen. Diese Spezies unterscheidet sich von seinen Artgenossen weniger durch das Sammlungsgut, als durch seine individuelle Position innerhalb und außerhalb seines Sammelgebietes und durch die Motivation seines oft bis zur echten Obsession gesteigerten Sammeltriebes. Dieser »Trieb« ist nicht nur hinsichtlich seiner Intensität verschieden, sondern auch in seiner Zielrichtung. Mit dem programmatischen Titel »Sammeln als Diskurs« ist eine Kategorie des Kunst-Sammelns gemeint, die sich zu Künstler und Werk in einer Art ständigen Auseinandersetzens befindet.

Auf dieser Erkenntnis aufbauend hatte sich für unsere aktuelle Ausstellung zunächst auch der Titel: »Heute und Morgen - work in progress« ergeben, der sowohl die Intention als auch den offenen Prozess der Entstehung der Sammlung beschreibt. Burkhard Richter wollte die Ausstellung unbedingt, zurückgehend auf den Titel ei-ner Arbeit von Werner Berges: »Mach’ keine Oper« nennen, um, wie ich finde, auf sympathische Art herauszustellen, dass die Sammler selbst unerkannt bleiben wollen, sich nicht so wichtig nehmen und vor allem die Kunst im Vordergrund steht.

Vielleicht geht diese auf die Spitze getriebene Bescheidenheit zu weit, denn immerhin befinden sich in der Sammlung nicht nur Einzelstücke von »großen Namen«, sondern mitunter große, über Jahr gesammelte Werkblöcke interessanter Künstler jeglicher Couleur, die in der Qualität der Quantität nicht nachstehen. Die sammlerischen Bemühungen des hier vorgestellten Sammler-Ehepaares aus Mülheim sind ein überzeugendes Beispiel dafür, wie mit offenem Blick für das Neue, mit wachem Spürsinn für Qualität, mit mutigem Zugreifen und eigenständiger Meinung die Kunst eines ganzes Zeitabschnittes bis in die Gegenwart und darüber hinaus durch intensives Engagement sammlerisch demonstriert werden kann.

Die Liste der ausgewählten Künstler reicht von Werner Berges, Karl Bohrmann, Sigrid Kopfermann und Sigmar Polke, Achim Duchow, Thomas Virnich und Jan Voss bis hin zu Gerhard Richter und Ilya Kabakov, um nur einige Namen zu nennen. Man darf schon jetzt gespannt sein, welches Füllhorn über dem Besucher ausgeschüttet werden wird.

Dr. Marie-Luise Otten | Kuratorin
Vorsitzende | Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen Dezember 2008